Betriebliche Altersvorsorge

ASSKUR-Überblick:

  • Notwendigkeit privater Vorsorge
  • Höchste Förderung vom Staat
  • Gesetzliches Recht des Arbeitnehmers auf Gehaltsumwandlung
  • Zusätzliche Attraktivität durch Kollektivtarife
  • Oft beteiligt sich der Arbeitgeber mit freiwilligen Zuschüssen
  • Kontinuität bei Arbeitgeberwechsel durch neue Rechtslage
  • Berufsunfähigkeitsversicherung gefördert über BAV möglich

Notwendigkeit zur Vorsorge

Gesetzlich Rentenversicherten wird die gesetzliche Rentenversicherung in Zukunft nur noch eine Basisversorgung bieten können. Langfristig wird die staatliche Versorgung der gesetzlichen Rentenversicherung von heute etwa 67 % auf unter 50 % des letzten Nettoeinkommens sinken.

Aufgrund dieser immer weiter zurückgehenden Leistungen ist es zwingend notwendig, ergänzend eigenverantwortlich private Vorsorge zu treffen, um im Ruhestand seinen Lebensstandard halten zu können.

Förderung privater Vorsorge

Der Staat zieht sich weiter aus der Altersversorgung zurück. Sie müssen also zusätzlich vorsorgen, um im Alter finanziell versorgt zu sein. Zur Privatvorsorge zählen staatlich geförderte Vorsorgeformen wie Riester- oder Rürup-Rente genauso wie die Kapitallebensversicherung, das Sparguthaben, der Erwerb von Wohneigentum oder von Wertpapieren.

betriebliche Altersversorgung

Alle Arbeitnehmer haben einen Rechtsanspruch auf Umwandlung von Gehaltsanteilen in eine Betriebsrente. Durch umfangreiche Reformen ist die betriebliche Altersversorgung in den vergangenen Jahren noch attraktiver geworden.

 

Durchführungswege

Direktversicherung und Pensionskasse

Die Direktversicherung nach altem Recht (§ 40 b EStG), deren Vertragsbeginn in der Regel vor 2004 lag, wird aus Sonderzahlungen wie Weihnachts- und Urlaubsgeld bespart. Auf die Beiträge wird eine Pauschalsteuer i.H.v. 20% erhoben, plus Soli und Kirchensteuer. Die Auszahlung der Leistungen ist steuerfrei.

Nach der Rentenreform 2005 unterliegt die „neue“ Direktversicherung und Pensionskasse § 3.63 EStG der sogenannten nachgelagerten Besteuerung. Das hat für den Arbeitnehmer den Vorteil – bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung (2011 2640,-€) – Steuern und Sozialabgaben zu sparen. Zusammen sind das je nach Steuersatz ca. 50%. Arbeitgeber, die durch uns betreut werden, geben zusätzlich zumindest einen Teil ihrer SV-Ersparnis an den Arbeitnehmer weiter. Erst in der Leistungsphase unterliegen die Leistungen der sogenannten nachgelagerten Besteuerung aber dann zu erheblich günstigeren Konditionen (Rentnerbesteuerung). Die Beiträge können konventionell oder in Fonds angelegt werden. Vermögenswirksame Leistungen lassen sich förderwirksam mit einbinden.

Pensionszusage

In der Regel nutzen diesen Durchführungsweg Geschäftsführende – Gesellschafter oder Geschäftsführer von GmbHs. Hier wird von dem Unternehmen eine Leistungszusage wie lebenslange Rente, Hinterbliebenen- und/oder Invaliditätsversorgung gemacht. Diese Vereinbarungen sind bilanzierungspflichtig, d.h. die Unternehmen können die Zusage steuerlich geltend machen und müssen dafür Rückstellungen in der Bilanz bilden.

(Wegen der Flexibilität in Höhe und Art der Leistungen wird die Pensionszusage häufig als „Königsweg“ der Betrieblichen Altersversorung bezeichnet.

Angesichts der Bilanzierungsvorschriften seit 2009 (BilMoG) wird dieser Durchführungsweg „kritisch“ betrachtet. Mangelnde Rückdeckung und Fehler in den Zusagen machten aus ca. 70% der Pensionszuzsagen Sanierungsfälle. )

Zusammen mit den Steuerberatern der Unternehmen kümmern wir uns mehr um die Sanierung bestehender Pensionszusagen, als um die sichere Umsetzung neuer Zusagen.

Rückgedeckte Unterstützungskasse

Die rückgedeckte  Unterstützungskasse ist eine rechtlich selbständige Versorgungseinrichtung, die von einem oder mehreren Unternehmen getragen wird. Arbeitnehmer und Arbeitgeber sparen Sozialabgaben bis zu 4% der Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung. Die Beiträge sind fast unbegrenzt steuerfrei. Es besteht lediglich eine Leistungsbegrenzung. Es findet keine Bilanzberührung statt. Zur Minderung der Steuerprogression kann bei Kapitalauszahlungen die sogenannte „Fünftelregelung“ zur Anwendung kommen.

Pensionsfonds

Der Pensionsfonds wird in Verbindung mit der Unterstützungskasse genutzt, um bestehende Pensionszusagen aus der Bilanz „auszulagern“, um eine Bilanzneutralität herzustellen. (Past- und Future Service).

Minijob Rente

Geringfügig Beschäftigte haben im Regelfall aufgrund Ihres Einkommens nicht die Möglichkeit, für das Alter eine zusätzliche Vorsorge aufzubauen. Die geringfügig Beschäftigten unterliegen grundsätzlich nicht der Sozialversicherungspflicht. Der Arbeitgeber ist unter Umständen an einer Erhöhung der Arbeitskapazität interessiert, um die Produktivität seines Mitarbeiters zu steigern. Mehr Lohn führt zu einer Sozialversicherungspflicht auf beiden Seiten.

Lösung: Die Mehrarbeitszeit wird in Form von Vorsorgelohn gezahlt. Das heißt, der Arbeitgeber kann steuer- und sozialversicherungsfreie Beiträge für die „Mehrarbeit“ in die betriebliche Altersversorgung einbringen.

Umsetzung der Gehaltsumwandlung

Arbeitgeber und Arbeitnehmer vereinbaren, daß ein Teil des Gehaltes zugunsten einer Betrieblichen Altersversorgung umgewandelt wird. Der Arbeitgeber schließt einen Versicherungsvertrag als Versicherungsnehmer für den Arbeitnehmer als versicherte Person. Die Ansprüche des Arbeitnehmers auf das Guthaben sind von Beginn unverfallbar. Das Guthaben ist über den Versicherungsvertrag besichert und darf nur an den Arbeitnehmer ausgezahlt werden.

Durch die Gehaltsumwandlung wird steuer- und sozialversicherungsfrei Vermögen für die Finanzierung des Ruhestandes aufgebaut. Der Arbeitgeber spart Sozialversicherungsbeiträge. Die von ASSKUR betreuten Arbeitgeber geben meistens zumindest einen Teil ihrer Ersparnis an den Arbeitgeber weiter. Dadurch kommt man auf Förderungen von insgesamt ca. 60%.

Mit 100,-€ Nettoeinsatz kommt man so auf eine Sparrate von 220,-€. Angelegt in einem guten Vertrag kommt ein 30-Jähriger so auf ein Kapital von 315.000,-€ oder 1400,-€mtl. Rente. Die Auszahlung kann als Kapital oder Rente oder teils/teils erfolgen. In der Leistungsphase werden dann zu teils wesentlich günstigeren Bedingungen Steuern fällig sowie Krankenversicherungsbeiträge.

Im Falle eines Arbeitgeberwechsel hilft die neue Rechtslage für Verträge seit dem 01.01.2009. Für den Fall, daß der neue Arbeitgeber den Vertrag nicht fortführen will, kann das Vertragsguthaben in einen anderen Vertrag übertragen (Portierung) werden, ohne daß erneut Abschlußkosten entstehen. Gesellschaft und Tarif sollten natürlich gut sein. Der Vertrag kann zwischenzeitlich auch privat fortgeführt werden und später wieder als BAV genutzt werden.

Wollen oder können Sie den Vertrag so nicht fortführen, haben Sie die Möglichkeit den Vertrag beitragsfrei zu stellen oder den Beitrag zu reduzieren. Die Gehaltsumwandlung läßt sich mit dem Arbeitgeber wieder aufheben.

Die Senkung des Bruttoeinkommens kann gezielt auch für andere Lebensbereiche genutzt werden. U.a. muss auf ein Unterschreiten der Versicherungspflichtgrenze für die KV geachtet werden.

Mit Zustimmung des Arbeitgebers kann auf dem Wege der Gehaltsumwandlung auch eine Berufsunfähigkeitsrente gefördert finanziert werden. Über Kollektive ist dies für gesundheitlich vorbelastete Arbeitnehmer oft die einzige Möglichkeit, diesen Schutz zu bekommen.